Frauenprojekt PA1-together - Dar Es Salaam, Tansania

  • Das Frauenprojekt Pa1-together ist ein von einer jungen Südtirolerin initiiertes „Hilfe-zur-Selbsthilfe“-Projekt in der Hauptstadt Tansanias, das wir seit dem Herbst 2017 unterstützen.
 
Der junge und kleine Verein Pa1-Together wurde im Jahr 2017 von der Südtirolerin Julia Lantschner aus Steinegg notariell gegründet. Sie ist nicht nur Initiatorin sondern auch Präsidentin desselben, lebt großteils selbst in Dar es Salaam und betreut das Projekt bereits seit drei Jahren persönlich.
 
Der Verein Pa1-Togehther versucht bedürftigen, misshandelten und traumatisierten Frauen einen Weg aus Leid, Armut und Unterdrückung auf zu zeigen und hat zu diesem Zweck eine Nähschule gegründet, welche bereits mehrere Kurse angeboten und auch abgeschlossen hat.
 
In dieser Nähschule lehrt eine erfahrene Nählehrerin junge Frauen das Handwerk mit dem Ziel, sie zur Selbständigkeit zu befähigen: Innerhalb eines Jahres werden sie soweit ausgebildet, dass sie selbst ein kleines Unternehmen gründen können oder aber in einem Betrieb eine Fixanstellung finden.
 
 

 AKTUELLER STAND DER DINGE 2019

 

Julias Arbeit ist unter der einheimischen Bevölkerung sehr gefragt und beliebt, ihre Kurse sind voll belegt, könnten sogar (auf Grund der Nachfragen) zumindest verdoppelt werden. Zurzeit hält sie 2 Kurse ab für je 8 Schülerinnen:

  • Anfänger: Montag, Dienstag und Mittwoch mit 2 Lehrern, ganztägig.
  • Fortgeschrittene: Donnerstag und Freitag mit 2 anderen Lehrern, ganztägig.

Kursort ist das Geschäft (nicht mehr die Garage), wo man auch gleichzeitig die genähten Stücke verkaufen kann.Die Schülerinnen werden einerseits vom Heim für Straßenkinder, mit dem Julia eng zusammenarbeitet, vermittelt, andererseits aber melden sie sich auch selbst bei ihr, mit der Bitte um Ausbildung. Diese Mädchen kommen vor allem vom Land. Am Beginn der Ausbildung stehen enge Gespräche entweder mit dem Heimleiter oder aber mit den Eltern der Mädchen. Danach wird ein Vertrag unterschrieben, der Rechte und Pflichten sowohl der Mädchen als auch von Julia beinhaltet. Dies aus dem Grunde, damit dieser Ausbildung auch offiziell die entsprechende  Ernsthaftigkeit zuteil wird. Die Ausbildung trägt Julias Verein und ist somit für die Mädchen kostenlos. Auch das Mittagessen, die nötigen Materialien (Stoff, Farben für Batique,…), Gehalt der Lehrer und andere Spesen trägt der Verein (siehe Kostenaufstellung). 4mal pro Woche organisiert Julia „Mädchengespräche“ mit Hilfe einer kompetenten Sozialassistentin (vermittelt vom Heim für Waisenkinder). Diese Gespräche sind für die Mädchen sehr wichtig, es werden Themen wie Aufklärung, Aids, Gewalt, Verhütung, Zwangsverheiratung (bereits extrem junge Mädchen, weil zu viele Kinder in der Familie sind…) u.ä.m. behandelt. Diese Gesprächsrunden sind nach Alter der Mädchen gestaffelt: 13-15 Jahre, 15-18 Jahre, 18-20 Jahre, 20+. Alle 2 Wochen findet bei Julia zu Hause ein 2tägiger Batiquekurs unter Anleitung einer eigenen Lehrerin statt, wo die Mädchen der Nähkurse auch dieses Handwerk erlernen. Die Mädchen wohnen nicht mehr mit Julia im gleichen Haus, also entweder im Waisenheim oder bei ihren Eltern bzw. Verwandten. Julia lebt mit ihrem Mann und - seit wenigen Wochen - mit ihrem kleinen Sohn in der Nähe, die Mädchengespräche und Batiquekurse aber finden bei ihr zu Hause statt. Die Mietkosten für dieses Haus übernimmt Julias Mann privat.Das Geschäft: obwohl es sich in einer sehr guten Lage befindet, wo Touristen vorbeikommen, wenn sie an den Strand gehen, trägt es noch bei weitem nicht die Kosten wie erhofft. Es war aber für alle Geschäfte der Gegend ein sehr schwieriges Jahr, so dass man noch etwas „Anlaufzeit“ geben kann/soll. Sollte es so bleiben überlegt sich Julia, ob es sinnvoll ist, ihre Produkte über andere Geschäfte zu verkaufen. Das wird sich in den kommenden Monaten zeigen. 

 

 

Eine Grobe Kostenaufstellung in Euro der monatlichen Spesen, die Julia in der momentanen Situation hat:
 
 
Spesen Lehrer230.-(Hauptlehrerin € 110.- + 3 Assistenzlehrer zu je € 40.-)
Fahrtspesen Lehrer120.- 
Miete Geschäft€ 120.- 
Sozialassistentin40.- 
Essen50.- 
Material300.- 
Wasser, Strom150.- 
SUMME1.010.- 
 
 
Wie bereits erwähnt deckt der Verkauf der Ware im Geschäft noch nicht die Kosten.
 
Julias Plan für das Jahr 2019:
 
Julias Traum und der ihrer Mitarbeiter ist es, in Zukunft ein Zentrum zu schaffen, wo mehrere Mädchen die Möglichkeit einer Ausbildung und somit einer besseren Selbständigkeit bekommen. Ziel ist es, mehrere verschieden Kurse anzubieten, wofür es größere und geeignetere Räumlichkeiten braucht. 
 
Geplante Kursangebote:
  • Nähkurs
  • Stoffe färben
  • Sprachkurse (englisch)
  • Buchhaltung und Computer
  • Lesen und Schreiben (manche sind noch Analphabeten)
  • Tierhaltung (z.B. Hühnerhaltung)
  • Gartenbau
  • Flechten, Häkeln, Stricken
  • Kochkurse (Catering)
  • Kurse im Servicebereich (Tourismus)
  • Töpfern
Alle diese Angebote basieren auf den täglichen Lebenssituationen und haben das Ziel, den Mädchen, je nach ihren Fähigkeiten und Neigungen, eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen. Eine offiziell anerkannte Teilnahmebestätigung ist angedacht, Julia ist diesbezüglich im Gespräch mit dem Bürgermeister (der ihre Arbeit wohlwollend unterstützt). Schritte zur Verwirklichung dieses Zentrums:Im Jahr 2019 soll ein größeres Haus (mindesten 4 Zimmer und Küche) mit Hof/Garten angemietet werden. In dieser Anlage kann man dann mit den verschiedenen Kursangeboten beginnen und schauen, wie die Bevölkerung reagiert bzw. das Angebot annimmt. Also ein Start im „Kleineren“ und „Überschaubaren“.  Auch kann man wichtige Erfahrungen machen, was funktioniert und was weniger. Die Mietkosten für dieses Haus betragen monatlich € 300, also € 3.600.- im Jahr.
 
 
Julias Zukunftstraum:
 
Der Traum für die Zukunft ist, nach den im angemieteten Haus gemachten Erfahrungen ein nachhaltiges Zentrum zu errichten. Dieses kann dann zu einer fixen Institution werden. Endziel kann sein, ein Stück Grund anzukaufen und die nötigen Gebäude zu bauen. Aber dafür braucht es die Erfahrungen, die im Jahr 2019 gemacht werden. Wir von Servus sind von Julias Plänen beeindruckt und haben in ihre wertvolle Arbeit großes Vertrauen. Wir werden ihr sicherlich - nach unseren Möglichkeiten - weiterhin zur Seite stehen.