Tätigkeitsbericht 2025
Tätigkeitsbericht des Vereines „Servus“e.O. des Jahres 2025
Im Vorstand ergab sich im Jahr 2025 keine Veränderung: der Vorstand besteht aus folgenden Mitgliedern: Mag. Brigitte Erckert Kuntner (Präsidentin), Brigitte Kreuzer (Vizepräsidentin), Andrea Psenner (Schatzmeisterin) und Frau Petra Pichler (Runts). Frau Dr. Sara Pellegrini hat das Amt der Hauptrevisorin inne.
Für „Sicher Spenden“ betraute Personen sind Frau Brigitte Erckert Kuntner und Frau Andrea Psenner. Alle Mitglieder des Vorstandes arbeiten ausschließlich ehrenamtlich.
Die Anzahl der Mitglieder des Vereines beträgt 120, blieb also im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die Mitglieder werden mehrmals im Jahr schriftlich über die Tätigkeiten des Vereines am Laufenden gehalten und bekommen im Dezember einen Tätigkeitsbericht des abgelaufenen Jahres.
Die Finanziers und Spender bekommen, auch im Dezember, einen detaillierten Tätigkeitsbericht mit eigener Rechnungslegung für den Bereich, den sie unterstützt haben. Die Gelder werden immer in Absprache mit dem jeweiligen Finanzier bzw. Spender eingesetzt.
Der Vorstand hat sich am 13.01.2025, am 30.01.2025, am 12.03.2025, am 14.04.2025 (Vollversammlung), am 14.05.2025, am 07.08.2025, am 08.10.2025 und am 09.12.2025 zu Plenarsitzungen getroffen. Treffen in kleineren Arbeitsgruppen, Videogespräche und Telefonate gab es zusätzlich mehrere. Tagesordnungspunkte waren besonders die Organisation der folgenden Projekte: „Bau des Schulzentrums“ in Dar es Salaam, „ Projektantrag für das „Gästehaus“ im Schulzentrum zwecks Eigenfinanzierung der Projektkosten“, „eine warme Mahlzeit am Tag für Bedürftige in Iloilo auf den Philippinen", „Hilfe für Gefangene auf den Philippinen“, „ Nothilfe für Familien auf den Philippinen“,
„Renovierungsarbeiten an einer Grundschule auf Flores in Indonesien“, „Bau der Wassertanks auf Flores“, „Essensausgabe an die Schulkinder von Schwester Christabel in Kenia“, interne Organisation des Vereines, Verbesserung und Betreuung der Internetseite.
Viele Punkte wurden von den Vorstandsmitgliedern auch über Telefon bzw. E-Mail besprochen. Sitzungsort, wenn in Präsenz abgehalten, war entweder der kostenfrei zur Verfügung gestellte Vereinssitz (Museumstraße 13, 39100 Bozen) oder eine unserer Privatadressen.
Am 14. April 2025 mit Beginn um 19.00 Uhr wurde am Sitz des Vereines, Museumstrasse 13 in Bozen die ordentliche Mitgliedervollversammlung abgehalten, in welcher auch der Tätigkeitsbericht und die Jahresabschlussrechnung für das Jahr 2024 genehmigt wurden.
Unsere Tätigkeit im Laufe des Jahres 2025
KENIA/WITU:
Die Projekte in Witu/Kenia (Mädchenheim, Grundschule, verschieden Ausbildungsfonds) sind zum Selbstläufer geworden. Wir stehen in Kontakt mit Pater Adolf Pöll und Pater Ananth, die uns am Laufenden halten. Es freut den Verein, dass alles gut weiter geht. Pater Adolf hat sogar berichtet, dass das Mädchenwohnheim schon wieder zu klein ist und eine Aufstockung des Anbaues nötig wäre. Der neue Leiter der Missionsstation, Pater Ananth (laut Irene Obexer von der Missio soll er sehr fähig sein, einige Vorstandsmitglieder kennen ihn von einem Besuch in Witu persönlich) steht diesbezüglich mit der Caritas im Gespräch. „Servus“ e.O. beobachtet, wie es weiter geht.
TANSANIA/DAR ES SALAAM:
Unsere Unterstützung für PA1-Together für Afrika, geleitet von Julia Lantschner aus Steinegg, wurde fortgesetzt. Das
Frauenprojekt in der Hauptstadt Tansanias ist ein „Hilfe-zur-Selbsthilfe“-Projekt, das großen Anklang findet. Im neu errichteten Ausbildungszentrum erhalten junge Frauen Unterricht in verschiedenen Bereichen wie Nähen, Gartenbau und Lesen, sowie zu wichtigen Themen wie Sexualkunde und Eigenverantwortung. Alle Absolventinnen finden nach Abschluss ihrer Ausbildung eine Anstellung. Der Bau des neuen Schulzentrums in Kigamboni (Dar es Salaam) und die
Sicherheitsumgrenzungsmauer sind abgeschlossen; alle Beteiligten sind sehr glücklich über die neuen Gegebenheiten.
Im Februar 2025 hat Gitti Erckert Kuntner das Schulzentrum besucht und konnte sich selbst überzeugen, dass alles hervorragend funktioniert.
Im Sommer 2025 konnte noch ein großes Gewächshaus gebaut werden. Hier lernen die Mädchen noch besser, wie man Gemüse anbaut. Auch kann das Gemüse am Markt bzw. im Supermarkt verkauft werden. Der Reinerlös hilft ein wenig, die Kosten der Ausbildung zu decken.
Zudem konnte eine kleine Mühle und ein „Entspelzer“ angeschafft werden. Dadurch kann einerseits das Getreide für die Mädchen günstiger eingekauft werden, andererseits werden die Geräte gegen ein kleines Entgelt an die Bewohner von Kigamboni vermietet – auch dieses Einkommen trägt im Kleinen zur Deckung der Kosten für die Ausbildung bei.
Das Decken der Kosten ist das größte Problem, das Julia Lantschner im Moment hat. Pro Kurs können 20 Mädchen teilnehmen und jedes Mädchen kostet pro Monat rund 100.- Euro. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit Julia ein neues Projekt ausgearbeitet:
„Ausbildung und Begegnung – eine integrierte Schulungs- und Fortbildungseinrichtung“. Hier sollte auf dem
Areal des Ausbildungszentrums ein zusätzliches kleines Hausenstehen, und dessen Zimmer an zahlende Gäste, Freiwillige, Lehrer, ... vermietet werden. Einerseits wäre so eine weitere Ausbildung im Tourismusbereich/Betreuung von Gästen möglich, andererseits würden die erwarteten Einkünfte aus der Vermietung zweckbestimmt für die Fixspesen des oben erwähnten Ausbildungszentrums, das somit nachhaltig finanziert würde und von Spenden aus Europa unabhängig wäre.
Die diesbezüglichen Anträge um Fördermittel wurden bei der Region Trentino Südtirol und bei der Missio Bozen-Brixen eingereicht. Da dieses Projekt aber leider nicht den Förderrichtlinien der Region entspricht, wurde es abgelehnt. Der Antrag bei der Missio wurde aus diesem Grunde „auf Eis gelegt“, denn ohne die Gelder der Region kann „Servus“ sich diese Ausgaben im Moment nicht leisten.
Auch gilt zu bedenken, dass in Tansania im Moment politische Unruhen herrschen und aus diesem Grunde die allgemeine Lage im Land zu beobachten ist.
Die Missio Bozen-Brixen unterstützt Frau Julia Lantschner weiter für die kommenden 4 Jahre mit einem Monatsgehalt von € 800.- für ihre Arbeit am Projekt.
PHILIPPINEN/ILOILO:
Das Projekt „Eine warme Mahlzeit für Bedürftige“ unter der Leitung von Pater Tony Emeka läuft erfolgreich. Bedürftige Menschen, insbesondere Kranke und Kinder, werden täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Die Zahl der Begünstigten konnte auf 25 erhöht werden. 2026 wird das Projekt weitergeführt.
Weiters konnten bedürftige Familien, die von Studenten besucht und mittels Ausfüllen von Fragebögen ausgewählt wurden, mit einer kleinen Nothilfe unterstützt werden.
An Weihnachten 2025 haben wir einer großen Bitte von Pater Tony stattgegeben und für die Häftlinge des staatlichen Gefängnisses, die vollkommen von ihren Familien verlassen wurden, eine kleine Summe überwiesen, mit der P. Tony die dringendsten Hygieneartikel, wie Zahnbürste, Zahncreme und Seife für sie besorgen konnte. Wir haben lange gezögert, sind aber am Ende doch zur Meinung gelangt, dass auch diese Menschen Anrecht auf Hilfe haben. Niemand von uns ist ohne Fehler…!
KENIA/KAILER:
Schwester Christabel – wir kennen sie noch aus Witu, wo sie Direktorin der Grundschule war - steht nun einer Grundschule im Dorf Kailer vor, das zur Stadt Marigat im Bezirk Baringo in der Rift Valley Region Kenias gehört. Servus konnte 160 Kindern, die einen stundenlangen Schulweg auf sich nehmen müssen, eine gesunde warme Mahlzeit am Tag finanzieren. Im Jahresabschlussbericht erläuterte Schwester Christabel die positiven Auswirklungen der Mahlzeiten auf die Kinder: der Schulbesuch wurde regelmäßiger, die Ernährung/Gesundheit der Kinder besser und auch die schulischen Leistungen nahmen zu(mit vollem Magen kann man sich besser konzentrieren).
Auch dieses Projekt wird 2026 weitergeführt.
INDONESIEN/INSEL FLORES:
Im Jahr 2025 konnten wir in Zusammenarbeit mit Pater Tus (Pfarrer im Eggental, geboren auf der Insel Flores) ein wunderbares Projekt starten:
Es geht dabei um den Ankauf von Wassertanks, in welchen in der Regenzeit das Regenwasser gesammelt wird, um dann in der Trockenzeit die Felder bewässern zu können. Es sind 100 Familien, die diese Tanks benötigen. Ein Tank kostet rund € 280.-. Voraussetzung, diesen Tank zu erhalten, ist die Mitarbeit der Familien, und zwar müssen sie das Fundament selbst errichten und beim Bau mithelfen.
Dieses Projekt dient auch dazu, der drohenden Landflucht von jungen Menschen entgegenzuwirken. Wenn die Familien mit der Landwirtschaft (und für diese braucht es eben das Wasser!) ein Auskommen haben, können sie auf der Insel bleiben.
Pater Tus flog im Juli nach Flores, um mit der Organisation zu beginnen und das Material zu besorgen. Die Baumaterialien stammen aus Bali oder Java. Die Beaufsichtigung der Arbeiten vor Ort übernahm, nach seiner Rückkehr nach Südtirol, eine Person seines Vertrauens.
Wir freuen uns sehr, dieses Projekt verwirklichen zu können.
Weitere organisatorische Punkte:
Die katholische Frauenbewegung von Tramin organisierte im Frühjahr 2025 den Suppensonntag, wobei die Hälfte des Reinerlöses unserem Verein „Servus“ zugutekam. Es wurden am 29. Mai 2025 € 2.000.- an den Verein überwiesen. Wir danken sehr dafür!
Im Juli 2025 organisierte der Freizeitfußballclub FCI Pinzon ein Sommerfest. Auch hier wurde die Hälfte des Reinerlöses (€ 500.-) am 25.09.2025 unserem Verein überwiesen – vielen Dank dafür!
Wir sind stolz darauf, vom Dachverband für Soziales und Gesundheit mit den Gütesiegeln „Sicher Spenden“ und „Volunteering Quality“ ausgezeichnet worden zu sein. Dies garantiert die zweckbestimmte Verwendung der Spenden.
Wie schon in den vergangenen Jahren, haben wir auch 2025 wieder bei Freunden und Bekannten um die Zuweisung der 5 Promille gebeten. Diese Hilfe ist unglaublich wertvoll. Nachträglich ein herzliches Dankeschön an alle, die uns in ihrer Steuererklärung bedacht haben!
Die Verbesserung der internen Organisation, die Verbesserung der Internetseite des Vereines und die Betreuung und Information der Mitglieder und Spender sind nach wie vor eine Konstante.
Sämtliche Arbeiten für den Vereines werden ehrenamtlich gewährleistet.
Vorschau auf 2026:
Die Projekte auf den Philippinen, auf der Insel Flores und jenes mit Schwester Christabel in Kailer, Kenia werden weitergeführt.
Das neue Projekt mit Julia Lantschner wird vielleicht in Angriff genommen. „Servus“ beobachtet, wie sich die politische Situation in Tansania entwickelt.
Die Renovierung der Grundschule auf Flores/Indonesien wird in Angriff genommen.
Übernahme von Schulgeldern für bedürftige Kinder und Jugendliche in Witu/Kenia sind geplant.
„Servus“ erwartet sich (aus Erfahrung der letzten Jahre) weitere Projektanfragen
Zudem werden wir eine neue Informationbroschüre ausarbeiten und eine Benefizveranstaltung organisieren.
Insgesamt rechnen wir damit, mit unseren Aktionen rund 1.200 Jugendliche und Frauen bzw. bedürftige Menschen in großer Armut unterstützen zu können. Alle von uns gesammelten Spenden werden in die obgenannten Projekte fließen. Es ist uns wichtig zu betonen, dass wir für ALLE PROJEKTE eine Dokumentation bzw. einen Bericht und Rechnungen für die von uns überwiesenen Gelder erhalten. Auch werden Kostenvoranschläge für alle Projekte eingefordert.
Eine genaue Übersicht über den geplanten Einsatz der Spendengelder im Jahr 2026 ist dem Tätigkeitsprogramm 2026 zu entnehmen.
Anzahl der betreuten Personen im Jahr 2025
Die Anzahl der betreuten Personen hat sich im Vergleich zum vorangegangenen Jahr leicht erhöht:
- In der Grundschule (Kenia) hat der nächste Jahrgang begonnen, pro Jahrgang pro Klasse werden rund 20 Kinder betreut; also insgesamt 180 Kinder (wir hatten die 9. Klasse begonnen).
- Das Mädchenheim war voll belegt mit 100 Schlafplätzen.
- Lehrerwohnungen: 6 Lehrer hatten eine Unterkunft (2 davon mit je zwei Kindern)
- Beim Projekt in Dar es Salaam in Zusammenarbeit mit Pa1-Together in Tansania konnten im Jahr 2025 40 junge Frauen durch Berufsausbildung unterstützt werden. Zusätzlich bekamen 10 Bauarbeiter einen Lohn.
- Mit dem Essensprojekt auf den Philippinen konnten 25 Menschen mit einer warmen Mahlzeit pro Tag versorgt werden.
- Durch eine finanzielle Nothilfe für bedürftige Familien im Slum Calubihan auf den Philippinen konnte 200 Menschen geholfen werden
- Der Ankauf von Hygieneartikeln für Gefangene in Iloilo City war eine Hilfe für 500 Menschen.
- Bei der Essenausgabe für Schulkinder in Kenia (Projekt Schwester Christabel) wurden 160 Kinder und 10 Lehrer/Erwachsene versorgt.
- Durch den Bau der Wassertanks auf Flores wurde 400 Menschen das Leben erleichtert.
Insgesamt wurde im Jahr 2025 in Tansania 50 Menschen, auf den Philippinen 725 Menschen, auf Flores 400, in Kenia/Dorf Kailer 170 eine Hilfestellung geboten. Das sind in Summe 1.345 Menschen. Die Unterstützungen waren verschieden groß.
Die Unterstützung in Witu/Kenia wurde nicht mit einberechnet, da „Servus“ hierfür 2025 keine Überweisung tätigen musste.
Mag. Gitti Erckert Kuntner
(Präsidentin)
Bozen, April 2026










